Galanderiergerät

Gerät aus Holz und einem Glasrad zum Beschichten von Stoffen mit Wachs.
Das Glasrad wird „Guurrli“ genannt und die Hin- und Herbewegung heisst „fiegge“.
 
Stoffe, vor allem Leinenschürzen und Fuhrmannskittel (Burgunderblusen), wurden mit Wachs beschichtet, um sie schmutz- und wasserabstossend zu machen. Dazu wurde der Stoff mit Bienenwachs/Paraffin eingerieben. Das Kleidungsstück wurde straffgezogen und von einer zweiten Person mit dem massiven Glasrad darauf gerieben, was 40°C Wärme erzeugte und den Wachs in den Stoff einschmelzen liess.
 
Die Bedeutung des Ausdrucks „ds Guurrli fiegge" kennen nur noch wenige Leute: jemandem einen gehörigen Verweis erteilen, jemandem den Marsch blasen.

Weitere Bilder zu diesem Objekt: 
Grösse, Gewicht: 
Länge der hin und her bewegbaren Halterung mit zwei Griffen aus Holz: 1,5 m (?); Durchmesser des Glasrades: 20 cm (?)
Material: 
Holz, Glas
Alter, Jahrgang: 
unbestimmt
Herkunft, Hersteller: 
unbestimmt
Verwendungszweck: 
Beschichtung von Stoffen
Aktueller Standort: 

Regionalmuseum Langnau, Chüechlihus, 3550 Langnau, www.regionalmuseum-langnau.ch

Weshalb das Objekt ins kantonsmuseum.be gehört: 

Dieses Gerät erlaubt einen Einblick in eine längst verschwundene, vermutlich sehr anstrengende, Haushaltarbeit mit Textilien. Es geht um Bearbeitung von Arbeitskleidungsstücken, damit sie für den Alltagsgebrauch trapazierfähig bleiben und vor dem Verschleiss geschützt werden. Zudem bleiben dank dieses Geräts zwei berndeutsche Begriffe und eine Redewendung lebendig und auch "sichtbar".

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