Barockpauken und Bügelhorn mit Dekoration

Trommel und Pfeife beim Fussvolk, Pauke und Trompete bei der "adligen" Kavallerie. Erste kleine Pauken bringen die Kreuzritter aus dem heiligen Land zurück, später kommen sie auf den Pferderücken und im Barock als Standpauken in Kirche und Konzertsaal. Die Pauke kann im Gegensatz zur Trommel gestimmt werden und hat als einziges Rhythmusinstrument einen bestimmten Ton. Im Hintergrund: «mit Pauken und Trompeten» an einem historischen Festzug in Bern um 1880.
Der legendäre Trommelbauer Eugen Giannini aus Zürich hat die Kessel dieser Pauke aus dem Altmetall gerettet, die Beschläge aufgrund alter Stiche neu gegossen und neue Felle aufgezogen. Er vermachte sie dem Museum Trummlehus in Langenthal, da er sie hier in guten Händen wusste, wie der damals Achtzigjährige sagte.

Grösse, Gewicht: 
Diese Schraubenpauken messen rund 80x50 cm, das Horn ist 42 cm lang
Material: 
Kupfer, Eisen, Tierfell, Holz, Filz, Messing, Wolle
Alter, Jahrgang: 
19. Jahrhundert, zur Zeit des Walzerkönigs Johann Strauss; Pauken um 1820, Horn um 1850
Herkunft, Hersteller: 
Der Ursprung der Pauken ist unbekannt, Eugen Giannini entdeckte die Kessel und hat diese originalgetreu restauriert
Verwendungszweck: 
Die Barocktrommeln erfreuen Augen und Ohren unserer Museumsbesucher, zumal sie bis heute gespielt werden können
Aktueller Standort: 

Stiftung und Museum Trummlehus, Aarwangenstrasse 24, Postfach, 4901 Langenthal; www.trummlehus.ch

Weshalb das Objekt ins kantonsmuseum.be gehört: 

Die Pauken unserer Sammlung gehören zu den grössten und attraktivsten Exponaten (die Kleinsten sind unsere Zinnsoldaten); eine alte geflammte Bernertrommel hätte auch gut ins Kantonsmuseum gepasst. Die Geschichte der Pauke vom Militärinstrument bis in den Konzertsaal hat mich aber immer besonders fasziniert. Die Geschichte dieser Pauke von Giannini ist stellvertretend für viele Rhytmusinstrumente unserer Sammlung: Von Keller, Dachboden und "Ghüder" ans Spotlicht!